Sprechenden Menschen kann geholfen werden. Deswegen sollten Sie persönlich mit der Hausverwaltung, dem Beirat und mit Nachbarn Kontakt aufnehmen. Hier bekommen Sie die wertvollsten Hinweise.
Das erfordert beim ersten Mal vielleicht eine gewisse Überwindung, aber hier bekommen Sie die wertvollsten Informationen. Sie können ja ganz offen sagen, dass Sie nicht die Katze im Sack kaufen möchten und sich für die Stimmung in der WEG interessieren.
Den Verwalter fragen Sie nach Sanierungsstau, „komplizierten Eigentümern“, Rechtsstreit oder Zahlungsrückständen. Auch wenn er vielleicht keine Details nennen möchte, wird er Ihnen zumindest eine Tendenz nennen.
Die Miteigentümer wissen vielleicht nichts von solchen Details, wenn sie nur einmal im Jahr zur Eigentümerversammlung gehen, und davon abgesehen nicht selbst im Gebäude wohnen. Die Mitglieder des Beirats stehen meist in etwas engerem Austausch mit der Verwaltung und sind daher etwas näher in viele Vorkommnisse involviert.
Besonders effektiv: Sie sollten nach dem Besichtigungstermin an einer (oder besser mehreren) Wohnungstüren klingeln und sich freundlich vorstellen. Im Gespräch mit zukünftigen Nachbarn können Sie interessante Informationen sammeln und hören schnell heraus, ob alles in Ordnung ist oder ob etwas nicht stimmt.
Wenn sich jemand schon im ersten Gespräch ausführlich über die Nachbarn auslässt, oder erwähnt, dass jemand „etwas kompliziert“ ist, ist er entweder selbst die Nervensäge oder die WEG ist nicht gut. Bohren Sie nach, was er meint. Wenn er nur um den heißen Brei herumredet, möchte er sich entweder nur wichtigmachen (was ebenfalls ein Problem ist), oder Sie wissen, dass Sie hier aufpassen müssen. Gute Nachbarn freuen sich darüber, wenn sich jemand frühzeitig vorstellt.

Ein Gedanke zu „Vorselektion Teil 4: Gespräch mit Hausverwaltung, Beirat oder Nachbarn“