Vorselektion von Eigentumswohnungen, Teil 4: Gespräch mit Hausverwaltung, Beirat oder Nachbarn

Den WEG-Verwalter frage ich nach Sanierungsstau, „komplizierten Eigentümern“, Rechtsstreit oder Zahlungsrückstand. Auch wenn er mir vielleicht keine Details nennen darf, hat man mir bisher immer eine Tendenz genannt. Sie können ja ganz offen sagen, dass Sie die Wohnung vor dem Kauf analysieren möchten und sich für die Stimmung in der WEG interessieren. Ich persönlich habe vielleicht einen kleinen Vorteil, weil ich so ein Gespräch immer damit beginne, dass ich selber Hausverwalter bin. Aber ich glaube, dass auch „normale Privatkunden“ gute Chancen haben, wenn sie ehrlich und freundlich sind und einfach fragen, ob größere Probleme auf sie lauern.

Die zukünftigen Miteigentümer wissen vielleicht nichts von solchen Details, weil sie nur einmal im Jahr zur Eigentümerversammlung gehen. Trotzdem: Wenn ich mich für eine Wohnung interessiere, klingele ich (im Zufallsprinzip) immer an mindestens einer der Wohnungstüren. Im Gespräch mit zukünftigen Nachbarn oder Miteigentümern können Sie viele interessante Informationen sammeln. Mit etwas Menschenverstand hören Sie schnell heraus, ob etwas nicht stimmt.

Wenn jemand sich schon im ersten Gespräch ausführlich über die „komischen Nachbarn“ auslässt, oder erwähnt, dass ein bestimmter Miteigentümer „etwas kompliziert“ ist, dann ist er entweder selbst die Nervensäge oder die WEG ist nicht gut. Sie sollten genauer nachbohren, was er meint. Wenn er immer noch um den heißen Brei herumredet, wollte er sich entweder mit seinem Gemotze nur wichtigmachen (und ist aufgeflogen, umso schlimmer), oder Sie wissen sofort, dass hier irgendwas nicht stimmt.

Denn: Nette Nachbarn freuen sich darüber, wenn sich jemand frühzeitig vorstellt. „Die Guten“ finden es ausgesprochen höflich, dass „der Neue“ klingelt und einen guten Tag wünscht.

Foto: Stephan Walochnik

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